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vzbv-Studie zeigt: Apps sind zu wissbegierig

Eine heute veröffentlichte Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) zu Zugriffsrechten und Transparenz von mobilen Apps zeigt, dass:

  • sich die meisten Apps umfangreiche, meist für die Nutzung des Programms vollkommen unnötige Zugriffsrechte auf private Daten sichern,
  • App-Anbieter in 50% der untersuchten Fälle nicht auf Rückfragen von Verbrauchern zu Zugriffsberechtigungen reagierten.

Basierend auf den Ergebnissen fordern die Verbraucherschützer nun:

  • Apps sollten generell nur die Zugriffsberechtigungen einholen, die für die Nutzung des Programms zwingend notwendig sind.
  • Der Zweck der Datennutzung sollte Verbrauchern stets klar sein.
  • Verbraucher sollten die Möglichkeit haben, einzelne Berechtigungen zu verweigern.
  • App-Anbieter sollten für Verbraucher bei Rückfragen zu bspw. Datenschutz oder Zugriffsrechten problemlos erreichbar sein.

Der aufgezeigte Handlungsbedarf steht im Einklang mit den Bemühungen der Europäischen Kommission, allgemeine „Verhaltensregeln“ für die App-Industrie zu entwickeln. Auf einem Treffen mit Vertretern der Industrie und nationalen Vollzugsbehörden am 27. Februar 2014 wurden hierzu folgende Aspekte besprochen: 

  • App-Spiele, die als „kostenlos“ beworben werden, dürfen keine versteckten Kosten für den Verbraucher enthalten.
  • App-Spiele, die sich an Kinder richten, sollten keine direkten Aufforderungen für den Kauf kostenpflichtiger Features enthalten.
  • Verbraucher sollten umfassend über die Zahlungsmodalitäten innerhalb der Apps informiert werden. So sollten Zahlungen nicht als Voreinstellung und ohne Einstimmung der Verbraucher wirksam werden.
  • Anbieter sollten stets eine Kontaktadresse zur Verfügung stellen.

„Verbraucher und insbesondere Kinder brauchen einen stärkeren Schutz gegen unerwartete Kosten aus In-App Käufen“ – urteilte Verbraucherschutzkommissar Neven Mimica – „Wir müssen einen Weg finden, wie wir zum einen den Verbraucher besser schützen können und gleichzeitig die Glaubwürdigkeit dieser vielversprechenden Branche retten.“

 

Weitere Informationen: http://www.vzbv.de/12992.htm und http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-187_en.htm

Quelle: vzbv und Europäische Kommission